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Das Private Gymnasium Marienstatt ist Mitglied in der Vereinigung katholischer Schulen in Ordenstradition (ODIV – Ordensdirektoren-vereinigung).


Weltrekorde, Streckenrekorde und ich mittendrin

Bericht vom Frankfurt-Marathon 2010

Lisa Marie Rosinski (6b)

 

Frankfurt ist nicht nur in Sachen Finanzen ein Glanzlicht… nein, auch die internationale Läuferschaft hat erkannt, dass die Strecke in der Mainmetropole schnell ist. Sehr schnell.

Gleich 18 Starter hatten Jahresbestleistungen unter 2h05min gemeldet, und so wurde schon vor dem Start ein neuer Streckenrekord vermutet.

Doch damit hatte mein Vater nun wirklich nichts zu tun…Zwar hatte er sich seit 4 Monaten intensiv auf den Lauf vorbereitet, doch ist er eher der JOGGER und nicht der LÄUFER.

Seit Wochen gab es zu Hause nur noch ein Thema: Marathon in Frankfurt. Wir erfuhren von Trainingsläufen, Ernährungsgrundlagen, Trinkstrategien und natürlich von der Geschichte dieser Laufstrecke. Genau 2.500 Jahre ist es her, dass – so Plutarch (griechischer Schriftsteller im 1. Jh.) – ein Bote den Sieg der Athener in der Schlacht von Marathon laufend nach Athen überbrachte und danach tot zusammenbrach. Als längste Laufdisziplin der Leichtathletik wurde der 1. Organisierte Marathon-Lauf schon bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit (1896) ins Programm aufgenommen, allerdings nicht mit der heute gültigen Streckenlänge. Bei den Olympischen Spielen 1908 in London führte die Wettkampfstrecke von Schloss Windsor ins neu erbaute Olympiastadion im Stadtteil Shepherd’s Bush und wurde mit 26 Meilen und 385 Yards vermessen – das sind genau 42,195km - diese Entfernung wurde aber erst 1921 als offizielle Marathon-Distanz festgelegt.

Die Wettervorhersagen waren zwar gut, doch wirkte mein Vater recht angespannt, als es am Morgen anhaltend regnete…zum Glück hörte der Regen aber auf und kurz vor dem Start brach auch die Sonne durch: ideales Laufwetter für neue Rekorde!

Kurz vor dem Start wünschte Irina Mikitenko – neben Sabrina Mockenhaupt die beste deutsche Marathon-Läuferin – allen Athleten viel Erfolg und Spaß und schon konnte die Rekordjagd der ausschließlich afrikanischen TOP-Läufer beginnen.

Ein kurzweiliges Programm, viele Musikgruppen und rund 350.000 Zuschauer sorgten für eine tolle Stimmung an der Strecke. Live-Bilder des hr-Fernsehens auf Großbild-Leinwänden ließ uns die Strecke mit erleben und jagte uns kalte Schauer über den Rücken, als wieder eine Zwischenzeit auf Rekord-Niveau verkündet werden konnte. Schnell, sehr schnell war der Kenianer Wilson Kipsang schon wieder im Ziel – mit 2:04:57h neuer Streckenrekord und zehntbestes Ergebnis aller Zeiten! Ein Rekord, an die der einzige deutsche Olympiasieger Waldemar Cierpinski (1976 – 2:09:55h, 1980) herankam und von denen sein Sohn Falk (Platz 31 mit 2:20:43h) wahrscheinlich nur träumen kann. Die beste Frau (Caroline Kilel, Kenia) kam mit neuem Streckenrekord nur 3min nach ihrem Landsmann ins Ziel…

Als Banane oder Butler verkleidete Läufer kamen ins Ziel und als der Rückwärtsläufer Achim Aretz mit 3:42:41h einen neuen Weltrekord aufstellte, war mein Vater noch 2km vom Ziel entfernt…doch die Freude war groß und förmlich in sein Gesicht geschrieben, als er über den roten Teppich in die Frankfurter Festhalle in Richtung Ziel lief. Erschöpft, aber glücklich konnte ich ihm wenig später gratulieren und in den Arm nehmen. Zwar hatte er seine Zielzeit nicht erreicht, aber dafür ist er eben nur ein Jogger…

Mein Glückwunsch geht auch an Christian Geimer (MSS 12), der bei seinem Marathon-Debut gleich mit 3:26h eine tolle Zeit lief und Platz 8 in seiner Altersklasse erreichte.

… Ach ja, natürlich bin ich die 4,2km des Mini-Marathon in 26 Minuten auch mitgelaufen…

 

 


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