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Das Private Gymnasium Marienstatt ist Mitglied in der Vereinigung katholischer Schulen in Ordenstradition (ODIV – Ordensdirektoren-vereinigung).


Einmal durchs Drehkreuz für 50 Cent

von Katja Grimm, MSS 13

 

Am Ende eines muffigen Treppenhauses trennt ein eisernes Drehkreuz den Besucher von seinem Ziel. Dahinter erwarten ihn zwei Männer. Ihr Arbeitsplatz ist eine öffentliche Toilette in der Innenstadt Erfurts. Täglich empfangen sie hier Touristen oder Reisegruppen, von Montag bis Sonntag, von sieben bis 19 Uhr. Für 50 Cent öffnen sie das Drehkreuz. Für 50 Cent gewähren sie Zugang zu sauberen Toiletten, die funktionieren.

 

Einer der beiden Männer ist groß, hat braune Haare, trägt einen Bart und eine Brille. Freundlich begrüßt er jeden Besucher, lächelt, scherzt, ist zuvorkommend. Einer, der sich darum kümmert, dass alles gut und zufriedenstellend funktioniert. Mitten im Gespräch nimmt er kurzerhand einen Wischmopp und putzt die Herrentoilette oder geht mit einem Lappen Richtung Damen-WC. „Die Bezahlung ist nicht besonders“, beginnt er nach einer kurzen Pause und schaut in die Ferne. Hartz IV und seine Tätigkeit als Reinigungskraft ernähren ihn.

 

Sein Kollege ist älter, groß und dünn, hat weiße Haare und ein ausgezehrtes Gesicht. Er hält sich etwas versteckt in einer kleinen, engen Nebenkammer. Gekrümmt sitzt er auf seinem Stuhl und zieht in Ruhe an seiner Zigarette. Aus den Wänden ragen Rohre, ein Fliegenfänger mit verendeten Insekten aus der Decke.

 

Von einer menschenwürdigen Entlohnung können die beiden Toiletten-Männer nur träumen. „Da müssen Sie mal zwei Tage herkommen, um eine genaue Vorstellung zu bekommen. Der Chef zahlt Ihnen gerne 80 Cent pro Stunde“, ruft der Ältere aus dem Nebenraum. Trinkgeld gibt es keines. „Wechseln müssen wir auch selbst“, sagt sein jüngerer Kollege. „Und putzen, reparieren, alles“, fügt der Rentner hinzu.

 

Ob Toiletten-Dienst, Service oder Friseursalon: Immer mehr Menschen in Deutschland fordern einen gesetzlich geregelten Mindestlohn. Niedriglöhne in vielen Bereichen, oft trotz hoher Qualifikation oder Hochschulabschluss, sorgen für kontroverse Diskussionen.

 

Die Arbeitsumgebung ist eher schäbig, doch was die beiden Klo-Männer auf den Erfurter Toiletten zu tun haben, erledigen sie ordentlich: Die sanitären Anlagen sind sauber, die Spülungen funktionieren, das Papier ist aufgefüllt. Menschen gehen ein und aus, die beiden Männer gehen freundlich mit ihnen um. „Die Leute können ja nichts dafür“, sagt der Braunhaarige.

 

Ein Besucher kommt zum Drehkreuz. Er kramt in seinem Geldbeutel und schüttet sich einige Münzen auf die Hand, um 50 Cent zusammenzusuchen. Dazwischen kommt ein Einkaufschip zum Vorschein. Halb lachend, halb ernst scherzen die beiden Putzmänner mit dem Kunden: „Einkaufschips nehmen wir noch nicht. Das gäbe aber ziemlichen Ärger mit dem Chef, wenn abends das Geld geholt wird und da nur Chips drin sind!“

 


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Alle Anfragen werden streng vertraulich behandelt.

 



Marienstatt bleibt bunt

Das Schullogo des Gymnasiums Marienstatt zeigt ein graues Quadrat und zwei geschwungene Linien, die über die Grenzen dieses Quadrats hinausgehen. Diese, so Abt Andreas, sollen das Schulmotto symbolisieren: „Über die Grenzen bloßen Wissens hi-naus.“ Gerade in Zeiten von Social Media, Fake News und „Alternativen Fakten“ lohnt es sich, dass wir als Schulgemeinschaft uns der Bedeutung dieses Mottos noch einmal bewusst werden. mehr



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