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Der Förderverein unterstützt alljährlich Schüler und Schülerinnen, deren Eltern Schwierigkeiten bei der Finanzierung außerunterrichtlicher Aktivitäten, z.B. Schulfahrten, Wandertage etc., haben.

Der Ansprechpartner für diesen Fonds ist Herr Pulfrich, den sie gerne mit marienstatt[a]pulfrich.com kontaktieren können.

Alle Anfragen werden streng vertraulich behandelt.




Das Private Gymnasium Marienstatt ist Mitglied in der Vereinigung katholischer Schulen in Ordenstradition (ODIV – Ordensdirektoren-vereinigung).


Geschichtskurse besuchen Gedenkstätte und Synagoge in Hadamar




oben: Hadamar Gedenkstätte Mahnmal
unten: Hadamar Gedenkstätte Schuppen
Quelle: www.wikipdia.org
 

Bereits seit einigen Jahren besuchen Schülerinnen und Schüler des Privaten Gymnasiums Marienstatt die Euthanasie-Gedenkstätte und die ehemalige Synagoge in Hadamar bei Limburg. Die Geschichtskurse des derzeitigen Abschlussjahrganges fuhren in Begleitung ihrer Fachlehrerinnen und -lehrer am 14. August in die hessische Kleinstadt.

Im Mittelpunkt der Exkursion stand die etwa dreistündige Führung durch die Gedenkstätte am Mönchberg, die durch sachkundiges Personal der Einrichtung übernommen wurde. Die Gedenkstätte erinnert an die an diesem Ort in der Zeit des Dritten Reiches durchgeführte Ermordung von etwa 15.000 vor allem psychisch kranker und behinderter Menschen, die von den Nationalsozialisten als „Euthanasie“, d.h. wörtlich übersetzt in etwa „schöner Tod“, bezeichnet wurde. Dabei wurden in einer ersten Phase von Januar bis August 1941 etwa 10.000 Menschen von verschiedenen Kliniken und Pflegeheimen in die ehemalige Landesheilanstalt nach Hadamar gebracht und noch am jeweiligen Tag ihrer Ankunft in einer Gaskammer durch Kohlenmonoxid getötet. Die Leichen dieser Opfer wurden an Ort und Stelle verbrannt. Die Schülerinnen und Schüler legten auf dem Gelände nach einer kurzen Einführung den Weg zurück, den auch die Opfer dieser ersten Mordphase zurücklegen mussten: Zunächst eine beinahe fensterlose Garage, in die die Opfer mit Omnibussen gebracht wurden, dann die Räume, in denen sich die Opfer entkleiden mussten und in denen sie von Ärzten zur Festsetzung einer dann falschen Todesursache für den Totenschein untersucht wurden. Einige der Opfer wurden hier auch für spätere Organentnahmen und das Herausbrechen ihrer Goldzähne markiert. Die Schülerinnen und Schüler wurden danach die Treppe hinunter in den Keller geführt, wo sich noch heute die kaum größer als zehn Quadratmeter große Gaskammer befindet, in die bis zu fünfzig Menschen gedrängt wurden, um sie zu töten. Daneben befanden sich in der Zeit dieser ersten Mordphase zwei Öfen zum Verbrennen der Leichen der Opfer, die jedoch zum Verwischen der Spuren noch während des Krieges wieder ausgebaut wurden. Mitarbeiter der heutigen Gedenkstätte berichteten schließlich noch von der zweiten Mordphase, die von Sommer 1942 bis zum Kriegsende dauerte. In dieser Phase wurden in der Klinik weiterhin Behinderte und Kranke, außerdem Sinti und Roma, polnische und sowjetische Zwangsarbeiter, aber auch traumatisierte Soldaten der Wehrmacht getötet. Die annähernd 5000 Opfer dieser Phase wurden vor allem durch die Verabreichung überdosierter Medikamente ermordet und ihre Leichen nicht mehr verbrannt, sondern auf einer Anhöhe über der Klinik in Massengräbern beigesetzt.

Das zweite Ziel der Exkursion war die ehemalige Synagoge Hadamars. Das Gebäude ist eine der wenigen in seiner Bausubstanz noch erhaltenen Synagogen unserer Region, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert bereits als Synagoge errichtet worden war. An den Innenwänden ist eine kleine Dokumentation über das jüdische Leben in der ehemaligen Residenzstadt angebracht, in der Juden bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert ansässig waren. Die Schülerinnen und Schüler erhielten bei ihrem Besuch der Synagoge vertiefende Informationen durch einen leidenschaftlichen und kenntnisreichen Stadtführer. Abschließend wurde durch einen nicht minder engagiert referierenden Zeitzeugen über das von den nationalsozialistischen Machthabern herbeigeführte Ende der jüdischen Gemeinschaft der Kleinstadt und dabei vor allem über die Reichspogromnacht 1938 erzählt und darüber diskutiert.

Die Teilnehmer der Exkursion konnten gelerntem Wissen aus der Schule, aus Büchern oder aus dem Internet einen realen Bezug geben. Insbesondere wurde durch diesen Geschichtsunterricht vor Ort anschaulich vor Augen geführt, mit welcher bürokratischen Gründlichkeit und schrecklicher Präzision nationalsozialistische Verbrechen auch in der ländlichen Idylle des heimischen Westerwalds durchgeführt wurden.

 

Bernd Leupold


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