HomepageInfos für den SchulalltagEreignisse im SchuljahrGrüße aus dem SüdenEhemaiigentreffen"Mehr als Du siehst"Firmenlauf Bad MarienbergKein 'Vogelschiss'In der Gedenkstätte HadamarBesuch in TaizéWillkommen Sextaner!SchulgemeinschaftSchulprofilSchülerzeitung "Panoptikum"SchülervertretungSchulelternbeiratBenediktin. SchulnetzwerkFördervereinEhemalige MarienstatterPresseFotogalerienArchiv der Schuljahre




Das Private Gymnasium Marienstatt ist Mitglied in der Vereinigung katholischer Schulen in Ordenstradition (ODIV – Ordensdirektoren-vereinigung).


Kein ‘Vogelschiss der deutschen Geschichte’

Zeitzeugen beschämender Barbarei erzählen

 

Am 21. August nahmen 38 SchülerInnen der MSS 12 des Privaten Gymnasiums Marienstatt mit ihren Lehrern Pater Benedikt Michels und Franziska Balzer am Zeitzeugenprojekt des Bistums Limburg teil: Vier Überlebende deutscher Vernichtungslager in Polen erzählten im Limburger Priesterseminar, wie sie die Terrorherrschaft Nazi-Deutschlands erlebt – und “wie durch ein Wunder” überlebt haben. Anderthalb Stunden lang lauschten 200 SchülerInnen verschiedener Schulen gebannt und zum Teil mit Tränen in den Augen den betagten Zeug*innen, die mit Hilfe von Dolmetscherinnen von ihrem Schicksal berichteten. Anschließend durften die SchülerInnen Fragen stellen.





Zofia Wareluk (73), Irena Szczurek (80)

 

So erzählt die 80jährige Irena Szczurek wie sie “auf wunderbare Weise” vor der Shoah gerettet wird, während ihre Eltern und ihr Bruder ‘liquidiert’, also auf bestialische Weise ermordet werden – weil sie Juden waren. Nachdem die Juden von Brody in einem Ghetto zusammengepfercht worden sind, bitten Irenas Eltern das langjährige, ukrainische Kindermädchen Maria Hromiak, sich ihrer vierjährigen Tochter anzunehmen und sie zu ihrem Schutz katholisch taufen zu lassen. Maria Hromiak trotzt der dafür drohenden Todesstrafe und wird Irenas neue Mutter. 2009 wird sie dafür posthum – auf Antrag ihrer ‘Tochter’ – von der Gedenkstätte Yadvashem unter die Chassid Umot ha-Olam (Gerechten der Völker) gezählt: “Denn wer ein Leben rettet, der rettet die ganze Welt”, sagt der Talmud. (Wer denkt bei diesen Worten jüdischer Weisheit nicht unwillkürlich an die Seenotretter im Mittelmeer unserer Tage?) Nur zwei Photos ihrer Mutter und drei ihres Vaters sind Irena Szczurek geblieben. Lange ringt sie mit dem Komplex, dass mit ihr “etwas nicht stimmt”, dass sie “nicht gut genug ist”. Noch länger kämpft sie mit der Bereitschaft zur Vergebung. Aber sie sagt: “Ich bin überzeugt, dass meine Taufe genau der richtige Weg für mich war. Christus ist mein Lebensziel geworden.” Sie fühlt sich von Gott reich beschenkt, und fühlt die Verpflichtung, diesen Glauben und diese Barmherzigkeit weiterzugeben. Als sie 2009 in Lodz vom israelischen Außenminister die Urkunde für ihre Mutter Maria Hromiak in Empfang nimmt, da bekennt sie sich (mit 71 Jahren) zum ersten Mal vor den Augen der Öffentlichkeit zu ihren jüdischen Wurzeln. – Anna-Lena meint anschließend, “diese Frau hat mich tief beeindruckt mit ihrer Ausstrahlung.” Und Nicole ergänzt: “Sie hat gelernt zu verzeihen. Sie strahlt inneren Frieden aus.”

 





Fryderyk Jakimiszyn (91), Bogdan Chrzescianski (73)

 

Ein weiterer Teil unserer Schülergruppe durfte dem 1927 geborenen Fryderyk Jakimiszyn zuhören. Timo sagt: “Als der in die Aula kam, war es plötzlich still. Und es blieb die komplette Zeit still: Jemandem zuhören, der so etwas erlebt und überlebt hat! Da kam ein Gefühl von Ehrfurcht hoch.” – Und so war es: Fryderyk Jakimiszyn wird im Alter von 17 Jahren in Krakau inhaftiert. Von dort kommt er ins Konzentrationslager Groß-Rosen, wo er und seine Mithäftlinge Schwerstarbeit im Steinbruch leisten müssen. Mit nur einer Scheibe Brot zum Frühstück und einem Teller Rübensuppe zu Mittag sterben viele an Erschöpfung. Die, die vor Schwäche kollabieren, werden sofort im Krematorium verbrannt. In Erinnerung bleibt die Erfahrung, wie Herr Jakimiszyn selbst einmal einen Insassen, der zuvor zusammenbrach, auf der Pritsche zum Krematorium tragen muss. Auf dem Weg dorthin kommt dieser zu Bewusstsein und bettelt vergebens um sein Leben. – Dann kommt der Transport ins KZ Nordhausen-Dora per Zug. Mit 120 Menschen in einem Wagon, dem Schnee und der Kälte des Winters ausgesetzt, überlebt nur die Hälfte, die andere erfriert oder verhungert auf dem Weg. Fryderyk Jakimiszyn überlebt die Fahrt nur, indem er verbotenerweise auf einem Stopp am Bahnhof verschimmelte Essensreste und vergorene Getränke aus einem Mülleimer zu sich nimmt. Im KZ Nordhausen-Dora bekommt er die Häftlings-Nr. 118077, die er heute noch auf deutsch auswendig weiß, denn wer diese nicht aufsagen konnte, wurde erschossen. – Wieder Hungern und schwere Arbeit, die ihn nur noch ans Essen denken lässt. Eigentlich ist es egal, welches Datum oder welcher Wochentag gerade ist, doch an den 1. April 1945 erinnert er sich noch genau, denn an diesem Tag werden die naheliegende Stadt und das KZ bombardiert. Den Häftlingen gelingt die Flucht. Jakimiszyn kann sich vor dem Bomben unter einer Brücke verstecken. Aus der vor ihm liegenden und brennenden Stadt fliehen Frauen und Kinder vor den Bomben. Um ihn herum liegen Leichen. Für Jakimiszyn eine der schlimmsten Erfahrungen. Von den Wärtern wieder festgenommen, kommt er ins Gefängnis in Rottleberode und von dort ins Konzentrationslager der Heinkel-Werke. – Den sogenannten Todesmarsch nach Berlin überlebt er nur knapp. Viele Häftlinge überleben den langen Marsch kurz vor dem Kriegsende nicht. Dann ist es so weit: die Kapitulation am 8. Mai und Jakimiszyn ist wieder frei. Seinen schönsten Moment teilt Fryderyk Jakimiszyn dann auch noch mit den Schülerinnen und Schülern, die jetzt etwa das Alter haben, wie er damals: Völlig abgemagert irrt Jakimiszyn durch einen kleinen Ort auf der Suche nach Nahrung. Er begegnet einem russischen Soldaten, der ihm aber auch nichts anbieten kann. Gemeinsam suchen sie eine Bäuerin auf, die selbst wenig hat, ihm aber nach längerem Betteln zwei Brötchen abgibt. Jakimiszyn bietet eins dem russischen Soldaten an, dieser überlässt ihm aber beide. – David staunt: “Was mich am meisten beeindruckt hat: Er sagt, er hat dadurch gelernt, das Positive im Menschen zu sehen.” – Timo pflichtet bei: “Er hat keinem Schuld gegeben: Die deutschen Soldaten hätten Befehle ausgeführt – und zwar auch deshalb, weil sie Angst um das eigene Leben hatten.”

Ein deutscher Kommunalbeamter bemerkte kürzlich: “Es ist einfach, 500 Asylanten auszuweisen. Es ist etwas ganz anderes, in zwei Augen und zwei ausgestreckte Arme zu schauen!” – Unsere SchülerInnen und ihre beiden LehrerInnen, Frau Balzer und P. Benedikt, haben erleben dürfen, dass Ähnliches auch für die Grausamkeiten deutscher Geschichte vor einem Dreivierteljahrhundert gilt: Die Zeitzeugen verliehen den Opfern des Nationalsozialismus ein menschliches Antlitz. Und was diese Menschen erzählen mussten, war leider alles andere als ‘ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte’ (wie ein Bundestagsabgeordneter und Parteivorsitzender sich kürzlich zu äußern erdreistete). Es war die Hölle!

 

 

Text: Franziska Balzer, P. Benedikt Michels OCist
Fotos: Hauke Bietz


Besucher:517


Login


Benutzername:


Password:




Achtung: Neue Busverbindungen

Hier finden Sie aktuelle Busfahrpläne.



Jahresterminplan

Jahresterminplan20180903.pdf


Neues Mensa-Abrechnungssystem


Durch Klick auf das meal-O-Symbol gelangen Sie zum individuellen Login für unser neues Abrechnungssystem. Die Zugangsdaten wurden mit einer Anleitung (Muster siehe unten) und Hinweisen zum Essen in unserer Mensa allgemein ausgegeben.


Anleitung_meal-o_2018_06.pdf
Anmeldung_Mensa-Halbtagsschule.pdf
Anmeldung-Mensa-MSS.pdf

Aktueller Speiseplan
und weitere Infos zur Schulmensa

Hier finden Sie weitere Informationen zur Mensa



BELF Marienstatt


Herzliche Einladung zum nächsten "lokalen Treffen" des Benediktinischen Elternforums am 18.09.2018 im Katholischen Pfarrhof, Hachenburg.



Die bundesweite Versammlung findet vom 21.-23.09.2018 schon zum 16. Mal statt. Dieses Mal lädt Münsterschwarzach herzlich ein. mehr>>



Ehemaligentreffen_2018.pdf


Sozialfonds

Der Förderverein unterstützt alljährlich Schüler und Schülerinnen, deren Eltern Schwierigkeiten bei der Finanzierung außerunterrichtlicher Aktivitäten, z.B. Schulfahrten, Wandertage, etc., haben.

Der Ansprechpartner für diesen Fonds ist Herr Pulfrich, den sie gerne mit marienstatt[a]pulfrich.com kontaktieren können.

Alle Anfragen werden streng vertraulich behandelt.

 



Marienstatt bleibt bunt

Das Schullogo des Gymnasiums Marienstatt zeigt ein graues Quadrat und zwei geschwungene Linien, die über die Grenzen dieses Quadrats hinausgehen. Diese, so Abt Andreas, sollen das Schulmotto symbolisieren: „Über die Grenzen bloßen Wissens hi-naus.“ Gerade in Zeiten von Social Media, Fake News und „Alternativen Fakten“ lohnt es sich, dass wir als Schulgemeinschaft uns der Bedeutung dieses Mottos noch einmal bewusst werden. mehr



Besucher:24543138