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Sozialfonds

Der Förderverein unterstützt alljährlich Schüler und Schülerinnen, deren Eltern Schwierigkeiten bei der Finanzierung außerunterrichtlicher Aktivitäten, z.B. Schulfahrten, Wandertage, etc., haben.

Der Ansprechpartner für diesen Fonds ist Herr Pulfrich, den sie gerne mit marienstatt[a]pulfrich.com kontaktieren können.

Alle Anfragen werden streng vertraulich behandelt.




Das Private Gymnasium Marienstatt ist Mitglied in der Vereinigung katholischer Schulen in Ordenstradition (ODIV – Ordensdirektoren-vereinigung).


„Mehr als Du siehst“ – Tag der Religionspädagogik des Bistums Limburg






„Mehr als Du siehst“ ist das Leitwort der Kirchenentwicklung im Bistum Limburg – auch der „Tag der Religionspädagogik“ stand unter diesem Motto. Mit Birgitta Nolte, P. Benedikt Michels und Christian Pulfrich nahmen drei Marienstatter Religionslehrer daran teil. „Als Religionspädagoginnen und Religionspädagogen nehmen wir dieses Leitwort ‚Mehr als Du siehst‘ gerne auf.

Als lebendige Glieder der Kirche sind wir hineingenommen in einen geistlichen Entwicklungsprozess“, hieß es in der Begrüßung in der Limburger Stadthallte durch Andreas von Erdmann, Leiter des Dezernates Schule im Bistum Limburg. „Und als Lehrende sind wir dicht dran an den Fragen junger Menschen. Zugleich realisieren wir, dass eine zukunftsfähige Religionspädagogik vor ähnlichen Herausforderungen steht wie die Entwicklung der Kirche. Entwicklung kommt vom Hören. In diesem Sinne haben wir das Format des Tages auch methodisch auf den Dialog ausgerichtet“. Der Tag war inhaltlich dreigeteilt: Zuerst diskutierten Bischof Dr. Georg Bätzing (im Bild 2.v.l.) und Prof. Dr. Bernd Trocholepczy (Universität Frankfurt, Religionspädagogik und Medienwissenschaft, im Bild 2.v.r.) über den Status des Religionsunterrichts in einer durch Medien stark beeinflussten Gesellschaft. Anschließend wurden die Teilnehmer – darunter 60 junge Religionslehrer, die im dritten Teil des Tages die kirchliche Lehrerlaubnis überreicht bekamen – im sogenannten „World-Café“ aktiviert: An 18 runden Tischen diskutierte man in drei verschiedenen Workshop-Runden Fragen des Religionsunterrichts, der Schulseelsorge und Kirche.

Die drei Marienstatter besuchten verschiedene Workshop-Gruppen: Birigitta Nolte ging der Frage auf den Grund, was passiere, wenn „Schule auf Pfarrei“ treffe: Es wurde bemängelt, dass z.B. einige Kommunionkinder ihren Pfarrer überhaupt nicht kennen und dass der Erstkommunionsunterricht von Müttern bzw. Vätern gehalten werde. „Die Hauptamtlichen (Pfarrer, Pastoralreferenten) leiten die Eltern lediglich an“. „Wenn Schule auf Pfarrei” treffe, dann könnte das auch heißen, dass Religionslehrer am Firm-Gottesdienst der Firmlinge aus den Jahrgangsstufen 8 und 9 teilnehmen , erwähnte Frau Nolte rückblickend. In einem anderen Workshop, den Birgitta Nolte besuchte, überlegte man, inwieweit man als Religionslehrer „Glaubenszeuge“ sei: „Hier ging es zuerst um den Begriff des ‚Zeugen‘, der für viele Menschen aber überwiegend negativ konnotiert ist“. Man habe sich darauf verständigt, dass ein guter Religionslehrer „überzeugt Gläubiger“ sein müssen, aus dessen Handeln heraus das Evangelium lebendig werde. „Haltung kann bedeuten, auch schwierige Schüler so zu akzeptieren, wie sie sind und ihnen mit Geduld und Respekt zu begegnen. Das ruft auch bei den Mitschülern eine Achtung für den Lehrenden hervor, weil sie eine andere Reaktion erwartet hätten“, erklärt Frau Nolte.

Pater Benedikt Michels besuchte einen Workshop mit Ralf Machnik, Abteilungsleiter Katholische Schulen. Hier ging es um die Sonderstellung privater, katholischer Schulen, ihre besonderen Reize und Chancen und wie das Bistum Limburg die Arbeit der Lehrer unterstützen kann. „Beispielsweise ging es darum, das christliche Profil einer Schule auch in Zeiten von G8 und Ganztag zu schärfen“, erklärte P. Benedikt. Auch die Unterstützung der Marienstatter Schulseelsorger durch das Bistum war Thema. In einer anderen Gruppe überlegte man, wie Religionslehrer „geistig auftanken“ können. Im Workshop „Schülern ein offenes Ohr schenken“ konnte Pater Benedikt viele Beispiele aus der Schulseelsorge einbringen. „Das ‚offene Ohr‘ ist ein grundlegendes Prinzip unserer Schulseelsorge-Arbeit“.

 

Christian Pulfrich besuchte einen Workshop, in dem es um die Weitergabe von religiösen Erfahrungen ging: hier stellte er z.B. die Taizé-Fahrt unserer Schule vor. Die Tischgruppenmitglieder interessierten sich auch für das Schulseelsorgekonzept des Marienstatter Gymnasiums und befragten den Marienstatter, wie an unserer Schule „Tage der Orientierung“ organisiert und durchgeführt würden. Im Workshop „Kirche und Schule“ wurden aktuelle kirchenpolitische Themen erörterte – hier konnte Pulfrich auch seine Erfahrung als Mitglied im „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ einfließen lassen: „Viele Themen, die die Kirche als relevant ansieht, sind für die Schüler schon ‚kein Thema‘ mehr“. Die Lebens- und Glaubenswirklichkeit der Jugendlichen müssten viel mehr in den Blick genommen werden. Christian Pulfrich nahm auch am Workshop zu katholischen, privaten Schulen teil. Hier unterstrich er, wie wichtig die Vernetzung der Schulpastoralen bzw. Schulseelsorger im Bistum sei.

In seinem Eingangsstatement unterstrich Bischof Georg Bätzing den Stellenwert des Religionsunterrichts im Fächerkanon. „Sie als Religionslehrer geben der Kirche ein Gesicht“. Oft seien es die Religionslehrer, die schulseelsorgerische oder schulpastorale Aufgaben in den Schulen übernähmen (so wie auch in Marienstatt) und für die Schüler „die Kirche“ seien: „Wir sind froh, dass wir so viele engagierte und authentische Glaubenszeugen haben, die im Bistum Limburg den Religionsunterricht an den verschiedenen Schulformen und im Kindergarten-Bereich nicht bloß durchführen, sondern für ihr Fach brennen“. Prof. Dr. Bernd Trocholepczy unterstrich, dass im Medienzeitalter der Religionsunterricht wichtiger denn je sei: „Werte, Normen, Glaube und religiöse Bildung wird nicht per Whatsapp vermittelt“. Auch wurde deutlich, dass sowohl der universitäre Blickwinkel des Wissenschaftlers als auch der pastorale Blickwinkel des Bischofs in einem wichtigen Punkt übereinstimmen: Die Veränderung der Sozialgestalt der Kirche lasse klare Chancen erkennen und dies nicht zuletzt für den Religionsunterricht. „Schule will Bildung. Viele wollen das heute nicht mehr. Sie wollen Nützlichkeit. Das greift zu kurz. Das setzt unter Druck. Religionsunterricht muss sich diesem Denken widersetzen. Er muss den ganzen Menschen im Blick haben“, forderte der Bischof. Genau diesen Blick wünschen sich junge Studierende, die Religionslehrerinnen und Religionslehrer werden wollen. „Wir haben Studentinnen und Studenten gefragt und erfahren, dass sie sich Raum für das pädagogische Arbeiten wünschen. Sie wollen einen offenen unverzweckten Raum für die Arbeit mit Menschen haben“, so Trocholepczy.

Mit einem Pontifikalamt mit der Übergabe der „Missio canonica“ endete der Religionslehrertag, der alljährlich im Rahmen des „Kreuzfestes“ des Bistums durchgeführt wird.

 

Text: C. Pulfrich
Bilder: C. Pulfrich, S.Schnelle (Bistum Limburg), B.Nolte


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