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Taizé

Gott und die Welt(Jugend) treffen

Auszeit, Jugendfreizeit und Selbstfindung in Burgund

Seit zehn Jahren fahren Schülerinnen und Schüler aus Marienstatt nach Taizé. Die Fahrt wird als freiwillige Oberstufenfahrt in der ersten Woche nach den Sommerferien angeboten – die Zahl der Anmeldungen schwankt, das Fazit nach jeder Fahrt ist konstant: Die Schüler sind fasziniert. Fasziniert von der Internationalität, dem Taizé eigenen Leben in der Woche am Hügel – und auch von den Gebeten, hier insbesondere von den Gesängen.

Was ist Taizé und warum sollte man dort gewesen sein?

Wenn man selbst für Taizé „brennt“ und als Jugendlicher x-mal dort war, fällt es schwer zu verstehen, warum Schüler sich für die Fahrt nicht anmelden: „…und da fährt nicht die ganze Oberstufe mit?“, wird man in Taizé gefragt, wenn man sich als Lehrer einer Schulfahrt „outet“ – Nein, es fahren zwischen sieben und zwanzig Schüler mit und die Werbung für die Fahrt fußt auf viel persönlicher Ansprache. „Das ist doch Gehirnwäsche“, hören wir manchmal. „Ich habe mich oft gefragt, warum ich mich überhaupt für diese Fahrt angemeldet habe, denn ich gehe hier in Deutschland eigentlich nicht in die Kirche und in Taizé sollte ich dann gleich dreimal am Tag zur Kirche gehen!?“, reflektiert  die ehemalige Schülerin Verena Häuser das „Grundproblem“. Wenn wir Lehrer die Fahrt den Jahrgangsstufen vorstellen, sieht man durchaus leuchtende oder zumindest interessierte Augen: Internationalität, Jugendfreizeitcharakter, Selbstfindung, große Freiheit vor Ort – und keine Schule in der ersten Schulwoche. Die Klappen fallen noch nicht, wenn man davon berichtet, dass man als Teilnehmer kleine Arbeiten übernehmen muss – das wird als notwendiges Übel geschluckt. Das Licht geht aus, wenn man von den drei Gebeten am Tag berichtet. Wie also die Faszination Taizé darstellen?

Faszination Taizé: Gemeinschaft

„Das Wunderbare, was Taizé mit sich bringt, sind die neuen Freundschaften, welche man schließen kann und welche einem die schöne Zeit noch unvergesslicher machen“, reflektiert Schüler Jeremy Fresemann seine erste Fahrt nach Taizé. „Gemeinschaft“ ist oft das Schlagwort, mit dem die Schüler die „Faszination Taizé“ beschreiben. „In Taizé kann man durch die kleinsten Begebenheiten neue Menschen kennenlernen“, beschreibt Lisa Stühn, die sich daran erinnert, dass eine wildfremde Jugendliche ihr in einem Sommerregenschutt einen Platz unter dem Regenschirm anbot.  

Horizonterweiterung jenseits von Netflix und WhatsApp

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist für die Schüler die Horizonterweiterung, die sie so nicht nennen, aber durchleben: Die Sommerwochen, in denen wir fahren (zumeist Anfang August) sind die wohl internationalsten im Jahresrhythmus von Taizé. Amazon prime, netflix, WhatsApp und Co. scheinen das Leben unserer Schüler zu internationalisieren und zu vernetzen – aber leibhaftige Begegnungen mit Litauern, Schweden, Portugiesen, Polen, Engländern oder Spaniern dürften für viele eine Ausnahme sein. Spricht man abends am „Oyak“ (dem Kiosk vor Ort) mit einem Engländer über den „Brexit“, erlebt man die Ängste vor und  die Wut über den Austritt. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem jungen Polen, der berichtete: „In Taizé habe ich erstmals erfahren, dass Flüchtlingsarbeit christlich und positiv ist – unsere Staatsmedien in Polen behaupten das Gegenteil“. Die ehemalige Schülerin Julia Pötsch erklärte nach einer Fahrt kurz und bündig: „Am Hof trifft man die ganze Welt“.

Christian Pulfrich

Die Communauté de Taizé ist ein 1940 gegründeter, internationaler ökumenischer Männerorden im französischen Burgund. Jährlich kommen tausende Nationalitäten und Konfessionen zu den ökumenischen Jugendtreffen. Prior der Gemeinschaft ist aktuell der deutsche Katholik Frère Alois Löser. MEHR

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