Exkursion der Jahrgangsstufe 11 nach Wetzlar
Am 24. Juni unternahmen die Deutschkurse der 11. Jahrgangsstufe eine gemeinsame Exkursion nach Wetzlar, um sich auf die historischen Spuren von Johann Wolfgang von Goethe zu begeben. Nachdem im Vorfeld der Reise die Lektüre „Die Leiden des jungen Werther“ im Unterricht behandelt worden war, ermöglichte der Ausflug, die literarischen Hintergründe und Goethes Wirken vor Ort lebendig nachzuvollziehen. In drei Gruppen, nach den Kursen aufgeteilt, erkundeten die Schülerinnen und Schüler während einer thematischen Stadtführung in Begleitung von qualifizierten Stadtführern die bedeutendsten Schauplätze der Stadt.
Der Rundgang begann am zentralen Domplatz, auf welchem zurzeit große Umbauten laufen, von wo aus die Gruppen zum Kornmarkt weiterzogen, um den dortigen Goethe-Wohnsitz zu besichtigen. Um ein tieferes Verständnis für die damalige Zeit und Goethes berufliches Umfeld als Rechtspraktikant zu gewinnen, führte der Weg auch zum Reichskammergerichtsmuseum sowie zum bedeutenden Palais Papius. Diese Stationen verdeutlichten eindrucksvoll den historischen und juristischen Kontext, in dem sich der junge Dichter im 18. Jahrhundert zu seiner Zeit in Wetzlar bewegte.
Ein besonderer Fokus der Führung lag auf der Verbindung zwischen Goethes Biografie und seinem berühmten Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“. So besuchten die Kurse den Deutschordenshof/das Lottehaus und das Jerusalemhaus, welches als Sterbeort von Karl Wilhelm Jerusalem eine zentrale Rolle in der Entstehungsgeschichte des „Werther“ spielt. Neben den literarischen Einblicken lernten die Schülerinnen und Schüler bei diesen Stationen auch viel über die Alltagskultur der damaligen Zeit. So wurde der Gruppe im Lottehaus beispielsweise auf anschauliche Weise erklärt, woher der historische Begriff stammt, „in ein Fettnäpfchen zu treten“.
Der Abschluss der Exkursion führte die Teilnehmer über den Schillerplatz zur Jerusalem-Gedenkstätte, was den Bogen von den realen historischen Ereignissen zur literarischen Verarbeitung schlug. Zudem erfuhr die Gruppe, dass der Name Friedrich Schiller eher unpassend sei, da dieser nie in Wetzlar gewesen sei. Die Exkursion ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, die zuvor gelesenen Inhalte mit den realen Orten zu verknüpfen und ein umfassendes Bild von Goethes Zeit in Wetzlar zu erhalten.






