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Schuljahr unter dem Regenbogen

„Die Liebe Gottes schließt alle ein“

Offenheit, Vielfalt, Toleranz – der Schuljahreseröffnungsgottesdienst stand in diesem Jahr unter den Farben des Regenbogens. Am Freitag der ersten Schulwoche wurde der Gottesdienst via Apple-TV in die Klassen- und Kursräume der Schule gesendet. Die Religionslehrerinnen Michaela Neufurth, Alexandra Cäsar und Religionslehrer Christian Pulfrich hatten diesen Mitte der Woche zusammen mit Udo Rosinski im Klausurgarten der Abtei aufgezeichnet.

In ihrer Predigt erinnerte Alexandra Cäsar an Manuel Neuers Regenbogen-Kapitänsbinde bei der Fußball-EM und an die Regenbogenfahnen an vielen katholischen Kirchen, nachdem sich der Vatikan gegen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen hat. „In diesen Zusammenhängen, im Fußballstadion und an den Kirchen, möchten die Menschen sichtbare Zeichen gegen Homophobie und Intoleranz setzen und das finde ich persönlich auch sehr gut so“. Allgemein stehe die Regenbogenfahne weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden. Sie gelte als Zeichen für Toleranz und Akzeptanz der Vielfalt von Lebensformen und sie stehe vor allem für Hoffnung und Sehnsucht nach Gerechtigkeit und friedvollem Zusammenleben. „Die Regenbogenfahne wird schon lange von verschiedenen Organisationen als Symbol verwendet, so beispielsweise von der Friedensbewegung, von Greenpeace und von der LGBTQ-Bewegung“, erklärt Cäsar, die auch auf die Schriftlesung aus dem Buch Genesis einging, im der vom Regenbogen Gottes berichtet wird. Die Textstelle komme aus der Sintflutgeschichte und hier werde das wirklich starke Symbol des Regenbogens das erste Mal in der Bibel erwähnt. „Als die Sintflut kam, hat Noah ein Schiff gebaut und seine Familie und viele Tiere vor den Wassermassen gerettet. Die Geschichte kennt ihr vermutlich. Und die Menschen haben nach der Katastrophe nun wirklich Hoffnung auf ein neues Leben, auf einen neuen Anfang. Und nun kommt es zu dieser wunderschönen Stelle in der Bibel, dass ein Bund geschlossen wird, zwischen Gott und den Menschen … und allen Bewohnern der Erde – der gesamten Schöpfung. Und als Symbol für dieses feierliche Bündnis setzt Gott den Regenbogen ein“.

Landläufig höre man immer wieder, es handele sich um ein Bündnis zwischen Gott und den Menschen. So sei es aber nicht: „Die Formulierung lautet tatsächlich so: der Bund zwischen Gott und allen lebenden Wesen aus Fleisch. Alle!“. Alle bedeute: Keiner werde ausgeschlossen. „Wir können keinen ausschließen, weder aufgrund seiner Sexualität, seines Geschlechts, seiner Identität, seiner Religionszugehörigkeit, seiner sozialen, nationalen oder ethnischen Herkunft - noch nicht mal aufgrund von Angehörigkeit zu einer bestimmten Spezies“. Die Liebe Gottes schließe ein: alles, alle, jeden: „Gottes Liebe ist nicht exklusiv, sie schließt nicht aus. Sie ist inklusiv“.

Für den Alltag bedeute dies: „Ich denke, wir sollen auf jeden Fall aufhören, übereinander zu urteilen, andere in Schubladen zu stecken, nur weil sie unseren eigenen Vorstellungen irgendwie nicht so richtig entsprechen wollen“. Vielmehr sei es doch die Aufgabe eines jeden Menschen, über sich selbst nachzudenken, die eigenen Handlungen und das Denken zu reflektieren, zu betrachten und gegebenenfalls auch zu überdenken. „Wenn mir auffällt, dass mein Handeln nicht ok war, dass ich vielleicht andere ausgegrenzt habe, lieblos, verletzend war, kann ich darüber nachdenken und zu dem Schluss kommen, dass ich das beim nächsten Mal besser machen möchte“.

Genau dazu lade das Symbol des Regenbogens die Menschen ein: „Der Regenbogen bedeutet Offenheit und Akzeptanz. Ich bin eingeladen, Menschen zu akzeptieren, auch wenn sie andere Vorstellungen vom Leben haben, als ich oder gar eine völlig anderen Lebensentwurf haben“.

Der Regenbogen lehre die Menschen, dass sie sich selbst wahrnehmen als verantwortlich Handelnde. „Ihr Schülerinnen und Schüler befindet euch mitten in dem Prozess des Erwachsenwerdens“. Das geschehe nicht nur auf körperlicher Ebene. Es sei auch wichtig, dass man sich selbst zu einer verantwortlich handelnden Person entwickele. „Verantwortlich handeln, in der Klasse, im Freundeskreis, in der Gesellschaft, in der gesamten Menschheit, auf der gesamten Erde. Wenn ich den Regenbogen sehe, erinnere ich mich daran, dass Gott möchte, dass ich Mensch mich als Teil seiner Schöpfung betrachte und dass ich meinen Teil dazu geben soll, dass das Zusammenleben gelingt, dass ich meinen Teil gerne dazu geben möchte, dass wir Menschen gut miteinander leben und auskommen können, dass es auch den Tieren auf dieser Welt, die auch zu Gottes großartiger Schöpfung gehören und von ihm gewollt und geliebt sind, gut ergeht, und dass auch die Natur geschützt wird, denn sie ist letztendlich auch unsere Lebensgrundlage“. Zudem komme den Menschen laut Bibel auch die Verantwortlichkeit für die Schöpfung zu: „Wir sind dafür verantwortlich, dass hier der Laden läuft, dass alle in Gerechtigkeit und Frieden miteinander leben können“. Deshalb sollten wir Marienstatter gegen die Ausbeutung der Natur und für die Gerechtigkeit unter den Menschen kämpfen.

Abschließend nimmt die Schulseelsorgerin den Begriff der Toleranz in den Blick. Leider werde dieses Wort heute sehr inflationär verwendet. „Toleranz bedeutet nicht Willkür und Beliebigkeit oder dass es etwa egal ist, was andere tun. Toleranz heißt nicht, dass mir alles egal sein soll. Natürlich darf ich einen eignen Standpunkt haben. Ich soll mir meinen eigenen Standpunkt sogar bilden. Ich soll Position beziehen – gegen Dinge, die ungerecht sind, gegen Missstände“. Toleranz bedeute also, dass man nicht vorneherein über andere urteile, sie nicht einfach in Schubladen stecke, sondern andere in Liebe und Verständnis akzeptiere und annehme, so wie sie seien, auch wenn sie unterschiedlicher Meinung seien oder andere Lebensmodelle hätten. „Wir Menschen sind verantwortlich für unser Handeln, das ist etwas, was wir erlernen können. Ganz im Gegensatz zu den Tieren: Sie tragen keine Verantwortung für ihr Handeln“.

Dass man deswegen nicht gleich zum „Weltretter“ werden müsse, sei wichtig: „Ich finden, wir können aber wunderbar bei uns selbst anfangen. Wie schön wäre es, wenn alle in der Schule, in jeder Klasse, alle Mitarbeiter*innen, alle Lehrer*innen, alle Schüler*innen, an sich selbst arbeiten würden, für Gerechtigkeit eintreten, anderen helfen, die ungerecht behandelt werden, selbst darauf achten, dass sie niemanden ausgrenzen oder verletzend behandeln“. Das gelte für das Zusammensein in der Schule und Zuhause, aber gerade auch in sozialen Netzwerken. „Ich muss nicht auf jede Hetzt anspringen oder gar selbst hetzen“. Vielleicht erinnere der Regenbogen beim nächsten Mal daran, dass Gott dieses feierliche Zeichen dafür eingesetzt habe, dass die Menschen füreinander verantwortlich seien: „Ein Zeichen der Verbundenheit, der nicht enden wollenden Liebe Gottes mit der Gott alle auf dieser Welt liebt“.

 

Termine

Demnächst

20.09.21 – Kirchähr

SV-Seminar

21.09.21 – Marienstatt

Erste-Hilfe-Kurs Oberstufe

28.09.21 – Marienstatt

Erste-Hilfe-Kurs Oberstufe

30.09.21 – Marienstatt

Studienfahrt 12

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