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Der Wald im Stress

Carsten Frenzel

"Innerhalb der kommenden Jahrzehnte wird sich die Artenzusammensetzung nicht nur im Westerwald dramatisch ändern", sagt Carsten Frenzel, Regionalförster Region Nord, auf der Exkursion zur "Schönen Aussicht" mit den Schülerinnen und Schülern der Biologie-Leistungskurse Stufe 12.
Neben der Fichte wird es auch die Douglasie, Birke, Rotbuche und vermutlich auch die Kiefer treffen. Die zunehmenden mittleren Temperaturen, die zu erwartenden Trockenphasen und Extremwetterereignisse wie Stürme tragen dazu bei, dass die Stresstoleranz dieser Arten überschritten werde und ihre Populationen verschwinden werden. Zwar rücken wärmeliebende Arten wie Elsbeere und die Edelkastanie nach, aber auch für sie stellen Trockenzeiten eine Herausforderung dar.

Es geht um die Zukunft des Walds

Ursache für diese Veränderungen ist die Klimaerwärmung, die im Westerwald bereits zu einem Temperaturanstieg um 1,6°C innerhalb der vergangenen 130 Jahren geführt hat. "Das Ziel der Bundesregierung (bmu.de), 1,5°C langfristig nicht zu überschreiten, wie es auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 beschlossen wurde, ist in Rheinland-Pfalz bereits nicht erreicht", stellt Frenzel fest. Bundesumweltministern Svenja Schulze erklärte am 26.11.19 (rp-online.de), dass der Anstieg der Temperatur allein in den vergangenen fünf Jahren 0,3°C betragen habe. Heimische Baumarten aber wachsen zu langsam, um sich an die erhöhten Temperaturen genetisch anzupassen, so Frenzel. Die Bäume werden geschwächt und leiden unter dem Fraßdruck durch Insekten, deren Bestand eher gefördert wird.

Düstere Aussichten für die Schülerinnen und Schüler, die im herbstlich lichten Wald den Ausführungen Frenzels sehr interessiert folgen, aber auch nachdenklich werden. Für die Schülerinnen und Schüler hat sich durch die Exkursion der Blick auf den Wald verändert. Was als dauerhaft wahrgenommen wurde, erscheint in seiner Zusammensetzung bedroht. Die Exkursion wurde in Anlehnung an den aktuellen Unterrichtsstoff "Ökologie von Lebensgemeinschaften" organisiert. Es wurde die Möglichkeit genutzt, das theoretisch Erlernte direkt auf den die Schule umgebenden Wald als außerschulischen Lernort zu übertragen.

Die zu erwartenden Veränderungen erfordern Kreativität und nachhaltiges Handeln von uns allen. Das Wissen hilft, angemessene Lösungen zu entwickeln.

Text: Dr. Hauke Bietz, Bilder: Michaela Neufurth und der Autor

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